Wie oft fühlt man sich eigentlich bei Veranstaltungen richtig wohl? Wie sicher fühlt man sich, um einfach mal etwas zu sagen? Und in welchen Räumen kann man dieses Gefühl überhaupt erleben? Kann man sich vorstellen, sich in einem Raum, in dem eine Reality-TV-Show auf einem Beamer läuft, richtig wohlzufühlen? Ein Raum, in dem Leute entweder auf Sofas, Stühlen oder sogar auf dem Boden sitzen, um gemeinsam Zeit zu verbringen. In dem niemand Angst haben muss, komisch angeguckt oder blöd angemacht zu werden, weil alle das gleiche Ziel haben: beim Public Viewing dabei zu sein, zu quatschen und einfach eine gute Zeit zu haben. Genau das will das BISS!-Kollektiv erreichen.

Raum für FLINTA*: Die Gründungsidee
Das BISS!-Kollektiv wurde vor fast zwei Monaten von Student*innen ins Leben gerufen. Sie wollen damit einen Raum für FLINTA*-Personen schaffen, der die übliche westliche Diskussions- und Veranstaltungskultur hinterfragt und neue Arten der Begegnung ausprobiert. Mit verschiedenen Event-Reihen möchten sie Menschen zusammenbringen, die auf der Suche nach gemeinsamen Erfahrungen und kreativen Ausdrucksmöglichkeiten sind. Ihr Ziel: einen Raum für neue Formen des Miteinanders schaffen.
Public Viewing als Startpunkt
Die erste Veranstaltungsreihe des BISS!-Kollektivs ist ein Public Viewing der Reality-Show Princess Charming. Es findet im KWEER-Café des RAT&TAT-Zentrums statt. Eigentlich war es als einmaliges Event geplant, aber wegen der großen Nachfrage wurde es zu einem wöchentlichen Public Viewing. Beim ersten Event am 25.07.2025 bildete sich schon ab 19 Uhr, also über eine Stunde vor Beginn der Show, eine lange Schlange vor dem KWEER-Café. Leider konnten nicht mehr viele Leute rein, weil der Einlass gestoppt werden musste. Meine Freundinnen und ich haben es gerade noch geschafft, die letzten Plätze zu ergattern.
Sogar das RAT&TAT hat auf Instagram über das Event berichtet und geschrieben, es sei eine „volle Hütte beim Public Viewing im KWEER“ gewesen. Der Fokus dieser Reihe liegt zwar auf queeren Menschen, aber natürlich sind alle willkommen, die sich die Sendung anschauen wollen. Jetzt kann man auch im Voraus Plätze reservieren, um sicher einen zu bekommen. Der Eintritt ist übrigens kostenlos.
Begegnung, Austausch und Empowerment
Beim Public Viewing des BISS!-Kollektivs geht es nicht nur ums Zuschauen, sondern auch ums gemeinsame Erleben, Austauschen und Empowern. Und natürlich ist für Essen und Trinken gesorgt: Es gibt Wasser, Cola oder Fanta, aber auch eine besondere Mischung, die die Gründer*innen mit viel Liebe zubereiten. Die Veranstalter*innen legen großen Wert darauf, dass alle sich miteinander austauschen und aktiv ins Event eingebunden sind. Dafür gibt es zum Beispiel selbst gemachte Bingo-Karten auf den Tischen, kleine Snack-Teller und Red- und Green-Flags, mit denen das Publikum direkt auf das Geschehen reagieren kann. Wer als Erste*r Bingo hat, bekommt eine kleine Überraschung!

Sichtbarkeit, Räume und Dialoge
Falls ihr das BISS!-Kollektiv noch nicht kennt, habt ihr mit diesem kurzen Überblick jetzt einen ersten Eindruck bekommen. Schaut doch beim nächsten Public Viewing vorbei – und keine Sorge, das war nicht die letzte Veranstaltung. Es sind schon weitere Events in Planung. Wann und wo die stattfinden, wird auf ihrem Instagram-Account bekannt gegeben. Das BISS!-Kollektiv ist ein Raum, in dem vor allem queere, migrantische und intersektionale Perspektiven im Mittelpunkt stehen – mit einem besonderen Fokus auf FLINTA*-Personen. Die Gründer*innen, selbst queer oder Women of Color, haben diesen Ort ins Leben gerufen, um Menschen mit Migrationsgeschichte und queerer Identität einen sicheren Raum zu bieten. Alle, die sich mit diesen Themen identifizieren oder einfach Interesse daran haben, sind herzlich eingeladen, entweder Teil des Kollektivs zu werden oder bei einer Veranstaltung vorbeizuschauen. Das BISS!-Kollektiv steht für Sichtbarkeit, Raum und Dialog.
Lois



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