Viele Infos zum Thema Gesundheit gibt’s im heutigen Presse-Pott und noch einiges mehr…
Polizistinnen küsst man(n) nicht!
Privat vielleicht, aber nicht bei der Ausübung ihres Dienstes! Das haben jetzt auch zwei Männer begriffen, die bei einem Schützenumzug in Hannover eine Polizistin vom Sicherheitspersonal geküsst hatten. Das sei „Alter Brauch, gute Sitten“. Gegen eine Anzeige sowie einen Strafbefehl legten sie Widerspruch ein, denn das sei doch keine sexuelle Belästigung gewesen. Im letzten Moment haben sie ihren Einspruch nun zurückgezogen und die Geldstrafe akzeptiert.
Sexualisierte Gewalt bei den Pfadfindern
Nun auch die Pfadfinder: Laut einer Studie hat es beim größten Pfadfinderverband Deutschlands, der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) zahlreiche Fälle von sexualisierter Gewalt gegeben. Täter seien überwiegend männliche Leiter, die ihre Vertrauensposition ausnutzen, aber es gebe auch Gewalt während der Pfadfindercamps von anderen Jugendlichen.
Die Akten
Nach der Veröffentlichung der Epstein-Files mit Millionen Seiten Text, zehntausenden Fotos und tausenden Videos bleiben viele Fragen. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten. „Unsere Gesetze schützen die Täter, die Perversen und die Pädophilen. Sie schützen nicht die Opfer“, sagt Lisa Phillips, eine Überlebende im Interview und fordert Konsequenzen. Sie hält es für einen Skandal, dass es keine weiteren Ermittlungen gegen die Täter geben soll. „Denn es ist ein Kampf gegen die Mächtigen. Hunderte Jahre sind sie damit durchgekommen, zu tun, was sie wollen. Das muss aufhören. Die Mächtigen brauchen ein anderes Hobby, als kleine Mädchen zu missbrauchen.“
Die Überlebende
Henriette Wunderlich hat 2019 den Femizidversuch durch ihren Ex-Partner knapp überlebt und nun ein Buch veröffentlicht. Im Interview spricht sie über Schuldumkehr und warum Frauen nicht ausreichend geschützt sind.
Die Feminist Law Clinic
… unterstützt in schwierigen Lebenssituationen. Sie bietet zum Beispiel Beratungen zu Diskriminierung, Arbeitsrecht und Mutterschutz, Schwangerschaftsabbruch, Selbstbestimmungs-, Umgangs-, Sorge- und Unterhaltsrecht. Weiterhin unterstützt sie auch bei Fällen von sexualisierter Gewalt mit „Organisation im Verfahren, Anwältin finden, Erstgespräch organisieren.“ Und sie hat auch für (angehende) Jurist*innen online Fortbildungen zum Beispiel die Ringvorlesung “Feminismus und Recht”, die zentrale Rechtsgebiete wie Sexualstrafrecht, Arbeitsrecht, Familienrecht und Selbstbestimmungsrecht – mit Fokus auf den spezifischen Herausforderungen von FLINTA* und queeren Menschen vermittelt.
Die Wechseljahre sind politisch…
„Frauen im mittleren Alter sind weltweit die am schnellsten wachsende Altersgruppe. Was sie verbindet: die Wechseljahre! Ein wichtiges und hochpolitisches Thema“ schreibt PinkStinks. Und: „Einen Lebensabschnitt als Problem zu framen, der mehr als die Hälfte der Bevölkerung betrifft, ist ein schwerer Fehler.“ Mehr zu dieser eminent wichtigen und wirtschaftlich bedeutsamen Bevölkerungsgruppe.
Die Wechseljahre und „Masking“
Um während den Wechseljahren im Leben zu bestehen, auch wenn es einem schlecht geht, greifen viele Frauen zu „Masking“, wenden also Verschleierungstaktiken an. Was das an Nerven und Gesundheit kostet hat eine Technologie-Redakteurin bei der BBC mal ausnahmsweise ihren Leser*innen mitgeteilt – und löste damit eine UK-weite Diskussion aus. Etwa jede zehnte Frau hört wegen Wechseljahres-Symptome auf zu arbeiten, und jede zweite zieht es wenigstens in Betracht. Die Redakteurin ging zum ersten Mal in ihrem Leben mit einem Spickzettel vor die Kamera und löste den Hashtag #holdyournotes aus.
Teilerfolg für Dr. Volz
Dr. Joachim Volz, Chefarzt der Gynäkologie am Klinikum Lippstadt, darf seit der Übernahme des Krankenhauses durch einen katholischen Träger keine Abtreibungen – außer bei akuter Lebensgefahr – mehr vornehmen. Er klagte gegen seinen neuen Arbeitgeber und wurde in erster Instanz abgewiesen. Beim Berufsverfahren gegen das Abtreibungsverbot konnte er nun einen Teilerfolg erzielen: In seiner privaten Praxis und in seiner Nebentätigkeit als Kassenarzt am Klinikum darf er Schwangerschaftabbrüche bei medizinischer Notwendigkeit vornehmen, nicht jedoch in seiner Funktiion als Chefarzt der Gynäkologie. Dazu Britta Haßelmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag: „Dieses Urteil ist für Joachim Volz ein Erfolg – aber dennoch ist es kein guter Tag für Frauen. Denn das Gericht hat nur Prof. Volz persönlich erlaubt, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen. Es wird keiner weiteren Ärztin und keinem Arzt erlaubt.“ Die Grünen wollen daher einen Antrag in den Bundestag einbringen, der fordert, dass Kliniken Schwangerschaftsabbrüche anbieten müssen, wenn die Versorgung nicht anderweitig gesichert ist, insbesondere wenn sie staatliche Gelder bekommen.
MTU – ein kaum bekannter Beruf
In ganz Deutschland gibt es nur 50 Frauen, die diesen Beruf ausüben: Medizinisch-Taktile Untersucherinnen (MTU) sind blinde oder sehbehinderte Frauen, die mit ihren Händen Brüste nach Auffälligkeiten abtasten. Sie können Gewebeveränderungen von 5 bis 8 Millimeter Durchmesser zuverlässig ertasten, Gynäkolog*innen schaffen dagegen nur etwa 10 Millimeter und größer.
22.292 Mädchen in Deutschland von FGM bedroht
Laut Schätzungen von TERRE DES FEMMES leben in Deutschland etwa 101.778 Mädchen und Frauen, die schon von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) betroffen sind. Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung veröffentlicht TdF Zahlen und Statistiken für Deutschland und weltweit und auch Information zu ihrer Arbeit beim Projekt SAFE. Durch eine europäische Handlungsempfehlung für Fachkräfte, Aufklärung und Trainings in Communitys, Schulen und Geflüchtetenunterkünften sowie durch aktives Empowerment von Mädchen und Frauen wird FGM aktiv bekämpft. Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit betroffenen Communitys, mit medizinischem Personal und Schulen, um Betroffene aufzuklären, zu schützen und zu stärken. Notfallmediziner*innen berichten über Folgen wie: akute Blutungen und Schock, Infektionen und Sepsis, geburtshilfliche Komplikationen, muskulokutane Verletzungen mit Schmerzen und Harnproblemen sowie psychische Traumata und akute psychische Krisen. Unterstützung in Bremen / Bremerhaven und umzu bei folgenden Adressen.
Ausschreibung für den Preis Aufmüpfige Frau 2026
Seit 2006 zeichnet die Stiftung Aufmüpfige Frauen Frauen aus, die sich einmischen, gegen Widerstände arbeiten und feministische Anliegen sichtbar machen – in Politik, Wissenschaft, Kultur, in Initiativen oder im Alltag. Die Stiftungsphilosophie ist eine des Empowerments aufmüpfiger Frauen. Dazu verleiht sie alle zwei Jahre den Preis „Aufmüpfige Frau“. Die ausgezeichnete Person sollte bereits bekannt, aber nicht berühmt sein und der Preis ihr Engagement wertschätzend unterstützen. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert, Einsendeschluss ist der 3. März. Näheres hier. Neu ist ein weiterer Preis: NEXT VOICES – Zeigt, was ihr auf die Beine stellt! – Der Preis für Projekte von jungen Frauen* für junge Frauen zwischen 14 und 21 Jahren, denen Missstände nicht egal sind und die nicht beim Benennen stehenbleiben, sondern sich aktiv – auch gegen Widerstände – für Verbesserungen einsetzen.
Zwei Dokus – eine Empfehlung
Als teuerste Doku aller Zeiten – Amazon zahlte 40 Millionen Dollar für die Rechte – kam der Film „Melania“ über Melania Trump in die Kinos und sorgte in den USA unter MAGA-Fans für volle Säle, nicht jedoch in Europa, wo er zum Teil vor leerem Haus läuft. Trotzdem ein gutes Geschäft für die Präsidentengattin, denn von den 40 Millionen gehen 28 an sie selbst. Wir empfehlen dagegen die arte-Dokumentation „Melania Trump – dieses obskure Objekt der Macht“, die sich kritisch mit ihr auseinandersetzt, wie der Titel schon sagt.
Die Kittelschürze
Sie war seit den 1950er-Jahren in Deutschland lange Zeit ein praktisches Kleidungsstück für „die Hausfrau“, galt aber dann vielen auch als Inbegriff eines rückständigen (Haus-) Frauenbildes: die Kittelschürze. Inzwischen ist sie aus der Mode gekommen. Aber: „Es kommt jetzt darauf an, die Zeitzeug:innen zu sichern, mit den letzten Kittelträgerinnen zu sprechen und es aufzunehmen“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Stefanie Reis. In der DDR waren Dederonkittelschürzen beliebt und akzeptiert als proletarisches Kleidungsstück, das im Haushalt, aber auch in Einrichtungen der Kinderbetreuung und in Fabriken selbstbewusst getragen wurde.
Ist Gendern unchristlich?
Damit begründete eine Chemikerin ihre Klage gegen das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), von dem sie gekündigt worden war, weil sie sich geweigert hatte, ein amtliches Dokument zu gendern. Sie bekam Recht, allerdings nur aus formalen Gründen und nicht etwa, weil das Gericht der Meinung gewesen wäre, Arbeitgeber könnten nicht grundsätzlich von ihren Mitarbeitern verlangen, in dienstlichen Dokumenten zu gendern. Näheres hier.
Bremen News
🔥QUEER FEMINIST LIT SPACE! 🔥geht in die dritte Runde! Das ist der feministische Lesekreis für absolute Anfänger*innen. Diese Gruppe ist besonders für Einsteiger*innen in das Thema (Queer)Feminismus gemacht. Das heißt, du musst nicht wissen, was Wörter wie Queer Theory, Gender, Identität oder Intersektionalität eigentlich bedeuten. Hier ist dein Raum, um genau dazu Fragen zu stellen und Neues zu lernen. Anmeldung läuft!!
Zum Geburtstag von Paula Modersohn-Becker. Gestern vor 150 Jahren wurde sie geboren: eine der wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts und die Erste weltweit, der ein Museum gewidmet wurde. Ihre Jugend verbrachte sie in Bremen, bevor es sie in die „Künstlerkolonie“ nach Worpswede zog. Ihr zu Ehren sind jetzt mehrere Ausstellungen in Bremen und Worpswede angelaufen.
One Billion Rising: Tanzdemo gegen Gewalt an Mädchen, Frauen und FLINTA* – am kommenden Samstag, 14.2.2026, 14h auf dem Bremer Marktplatz!
Long Covid und ME/CFS im Fokus. Fachveranstaltung am 18. Februar 2026 zu Diagnose, Versorgung und sozialen Folgen. Long Covid und Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) betreffen in Deutschland rund 500.000 Menschen, weltweit Millionen. Dennoch bleiben die Erkrankungen häufig unerkannt – im Durchschnitt vergehen sechs bis sieben Jahre bis zur Diagnose. Besonders betroffen sind Frauen: Etwa zwei Drittel der Erkrankten sind weiblich. Die Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF) und das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen laden am Mittwoch, 18. Februar 2026, von 15 bis 18 Uhr zu einer gemeinsamen Fachveranstaltung ein. Veranstaltungsort ist die ZGF in der Faulenstraße 14-18 in Bremen. Ärztinnen und Ärzte erhalten bei Teilnahme einen Fortbildungspunkt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Lipödem und die Kosten: Bislang wurden die Kosten für diese Operation erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium von der Krankenkasse übernommen. Das ändert sich ab 2026. Lipödem trifft fast ausschließlich Frauen*. Buten un Binnen berichten über einen Fall in Bremen.
Falsche Diagnosen bei Brustkrebs. Kann es KI besser? Die Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard steht Rede und Antwort in einem langen Interview bei Buten un Binnen.
Glenys & Irene



Petra Reinhardt meint
..ein sehr interessanter Pressepott!
Danke!