Mit dieser Frage beschäftigt sich der Dokumentarfilm Girls Don’t Cry, der am 30. April in deutschen Kinos Permiere feiert. Darin begleitet das Team rund um Regisseurin Sigrid Klausmann sechs Mädchen, die in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Lebenssituationen konfrontiert werden. Die Doku zeigt Nancy, Sheelan, Selenna, Nina, Paige und Sinai dabei, wie sie sich gesellschaftlichen Zwängen und brutalen Traditionen zur wehr setzen und schwierige Entscheidungen navigieren.
Zu den Protagonistinnen
Nancy
… ist erst 11 Jahre alt, als sie aus ihrem Zuhause in Mumgu (Tansania) flüchtet, weil ihre Mutter sie beschneiden und verheiraten will. Genitalverstümmelung ist in Tansania zwar strafbar, gilt aber vielerorts immer noch als gesellschaftliche Pflicht. Nancy wohnt nun schon seit drei Jahren in einem Schutzhaus der Institution „Hope for Girls and Women Tanzania„. Sie spricht über die schlimmen Schicksale, die Mädchen in ihrem Umfeld durch Gewalt und gesellschaftlichen Druck erlitten.
Sheelan
… hat in Thübingen eine neues Zuhause gefunden, nachdem sie wegen des Völkermord des IS aus ihrer Heimat im Nordirak flüchten musste. Viele ihrer Familienmitglieder wurden vom IS gefangen genommen, und Sheelan weiß nicht, wie es ihnen geht, oder ob sie noch leben. Dann wird ihre Schwester Sawsan aus der Gefangenschaft befreit und kommt nach Deutschland, um wieder mit ihrer Familie vereint zu werden. Zeitgleich scheint ganz Deutschland von „Remigration“ zu sprechen, und Sheelan hat Angst, schon wieder ihr Zuhause zu verlieren.
Selenna
… wohnt in Santiago de Chile und ist eine trans Person. Mit vier Jahren entschuldigte sie sich bei ihrer Mutter dafür, ein Mädchen zu sein. Gemeinsam mit ihrer Familie setzt sie sich heute für die Rechte von transgender Personen ein.
Nina
… wurde plötzlich mit ihrer Familie aus Stuttgart abgeschoben und wohnt jetzt in einer Roma-Siedlung im serbischen Novi Sad. Sie merkt wie verschieden die Erwartungen and Jungen und Mädchen in ihrem Umfeld sind. Außerdem belastet sie der Verlust an Bildungschancen sehr. Trotzdem wünscht sie sich, eines Tages ein unabhängiges Leben führen zu können.
Paige
… kommt aus Coventry (England), ist seit sie 13 ist wegen Depressionen in Behandlung und wurde im Alter von 15 Jahren schwanger. Sowohl ihr Freund und ein Arzt raten ihr damals, eine Abtreibung durchführen zu lassen, doch Paige möchte das nicht. Mittlerweile ist ihr Sohn ein Jahr alt, und sie bereut ihre Entscheidung nicht. Ihre beste Freundin war zur selben Zeit schwanger, entschied sich aber für eine Abtreibung. Paige bestärkt sie darin, dass sie für sich die richtige Entscheidung getroffen hat.
Sinai
… lebt in Ansan, Südkorea und wird ständig mit koreanischen Schönheitsidealen konfrontiert. Anders als in anderen Familien, erwarten ihre Eltern nicht, dass sie Schönheitsoperationen an sich durführen lässt. Auch mit Make-up kann Sinai wenig anfangen, und verbringt ihre Freizeit lieber damit, für die BMX-Weltmeisterschaft zu trainieren.
Fazit
Die Dokumentation stellt eindrucksvoll dar, was es heißt, in der heutigen Welt ein weiblicher Teenager zu sein. So verschieden die Schicksale der sechs Protagonistinnen auch sein mögen, verbindet sie alle eins: Der Wunsch nach einer besseren, gerechteren Welt. Einer Welt in der sie nicht durch gesellschaftliche Erwartungen, strukturelle Diskriminierung und Gewalt eingeschränkt werden, sondern ein freies und selbstbestimmtes Leben führen können.
Ab Donnerstag, dem 30.04. könnt ihr euch diese bewegenden und inspirierenden Geschichten auf der großen Leinwand ansehen.
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