In der neusten Folge unseres queerfeministischen Generationen-Podcasts „Von Boom bis Z“ reden wir über Adultismus, die Diskriminierung junger Menschen von älteren Menschen aufgrund ihres Alters. „Das wirst du verstehen, wenn du älter bist“, den Satz haben bestimmt schon viele in ihrer Kindheit gehört. Doch diese Aussage, die fast schon normal scheint, kann weitergedacht zu Diskriminierung im Alltag, im Bildungssystem und in der Politik führen, wenn über die Köpfe junger Menschen hinweg entschieden wird.

Mit dabei sind unsere Praktikantin Kathrin (Zellenial) und unsere Schülerpraktikantin Ida (Gen Z), die gerade ihr Abitur macht und viel über Adultismus in der Schule und in ihrem politischen Engagement zu erzählen hat. Moderiert wird die Folge von Renate (Gen X).
Erwachsen sein als Norm
Adultismus ist die einzige Diskriminierungsform, von der alle schon einmal betroffen waren. Trotzdem wird zu wenig darüber geredet, wie Erwachsene jungen Menschen das Recht absprechen, ernstgenommen und gesehen zu werden, weil sie Alter über Fähigkeiten stellen. Ida stellt dabei fest, dass man dieses Recht nur bekommt, wenn man sich nicht altersgerecht verhält, sondern man das „Erwachsensein cosplayed“, sich also anpasst. Auf den eigenen Kleidungsstil oder die Sprache der Jugend werde oft hinabgesehen. Kathrin fasst es zusammen: Erwachsensein ist die Norm in unserer Gesellschaft. Doch wann fühlt man sich eigentlich erwachsen? Für Kathrin war es ihre Ausbildung samt Gehalt, oder ihre erste Steuererklärung. Ida dagegen glaubt nicht an das Konzept.
„Desto mehr erwachsene Menschen ich kenne, desto weniger glaube ich daran, dass man irgendwann erwachsen wird.“ (Ida)
Adultismus in Bildung und Politik
Im Gespräch geht es Ida, Kathrin und Renate besonders um Adultismus in der Bildung und in der Politik. Ida fehlt in der Schule eine demokratische Mitbestimmung, darüber was und wie junge Menschen lernen wollen. Gleichzeitig käme seitens der Politik das Argument, Jugendliche seien nicht genug informiert, um ernstgenommen zu werden.
„Eigentlich sollte es genau die Aufgabe vom Bildungssystem sein, uns die Werkzeuge in die Hand zu geben, uns informieren zu können, uns eine Meinung bilden zu können, um auch politisch zu werden.“ (Ida)
Denn wenn es um die eigene Gegenwart und Zukunft geht, um Social Media Verbotsdiskussionen, Räume für Jugendliche, Klimapolitik oder die Wehrpflichtdiskussion, würde man doch gerne mitreden können, und das auf Augenhöhe.
Lisann Prüss



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