Wie mit der Menopause Geld gemacht wird, wie Olivenöl Freiheit für Frauen bringt, was sich seit #MeToo in Bremen geändert hat – das und vieles mehr im heutigen Presse-Pott.
Das Jubiläum
Am 24.10.2025 war es 50 Jahre her, dass ein Streik der Frauen Island lahmlegte. 90 Prozent aller Frauen beteiligten sich und leisteten weder Erwerbs-, noch Haushaltsarbeit oder Kinderbetreuung. Näheres hier.
Die Erste
Japan hat die erste Regierungschefin seiner Geschichte: Sanae Takaichi. Ist das eine gute Nachrichg für Feministinnen? Eher nicht. Sie ist rechtskonservativ und absolute Hardlinerin in sozialpolitischen Fragen. Hier ein Kommentar.
Die Dritte
Nach Mary Robinson und Mary McAleese ist die unabhängige, linksgerichtete Catherine Connolly nun das dritte weibliche Oberhaupt der Republik Irland geworden. „Ich werde eine Präsidentin sein, die zuhört,“ sagte sie. „Gemeinsam können wir eine neue Republik gestalten, die jeden achtet“. Mehr dazu hier und hier.
Wechseljahre zunehmend “lukrativ“
Der „Menopause Market Trend“ hat die Goldgräberstimmung im Internet zu neuen Höhenflügen getrieben und eine neue Zielgruppe ins Visier genommen. Frauen* ab 45 werden jetzt mit Videos und Werbebannern für sogenannte „Wechseljahresprodukte“ überflutet, in der Hoffnung, ihre Unkenntnis oder Unsicherheiten auszunutzen. Frauengesundheitsforscher*innen vom University College London veröffentlichten nun das Ergebnis einer Umfrage unter 1596 Personen. Eine Teilnehmerin schrieb: „Alles was ich über die Wechseljahre weiß stammt von anderen Frauen auf Instagram“. Nur 22 Prozent der Teilnehmer*innen fühlten sich gut informiert – dafür meinten 90 Prozent, dass sie ein Informations- und Betreuungsprogramm begrüßen würden. Die UCL-Forscher*innen plädieren jetzt für die Einführung eines solchen Programms.
Vorsicht bei Sextoys!
Die Stiftung Warentest hat Sexspielzeug getestet und festgestellt, dass manche Produkte gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Außerdem gibt es App-gesteuerte Sextoys, die Nutzer*innen-Statistiken und Geräte-IDs an die Hersteller senden.
Sportverletzungen
Fußballerinnen sind besonders häufig von Kreuzbandrissen betroffen, ihr Risiko ist fast dreimal so hoch wie bei ihren männlichen Kollegen. Woran das liegen könnte? „Immer noch trainieren Spielerinnen häufig nach Plänen, die für Männer geschrieben sind. Sie tragen Fußballschuhe, die für Männerfüße gestaltet wurden. Sie trainieren auf schlechterem Rasen. Sie haben eine lächerliche medizinische Abteilung im Vergleich zu den Männern.“
Immer noch ein toxischer Arbeitsplatz
Vor über 20 Jahren veröffentlichte das Royal Institute of British Architects (RIBA) in Großbritannien die Studie: „Warum verlassen Frauen den Architekturberuf?“ Am 20. Oktober 2025 erschien der neueste vom RIBA im Auftrag gegebene Bericht zum Thema: „Zusammen Bauen: Fortschritte in der geplanten Gender Equity im Architekturberuf„. Dr Valerie Vaughan-Dick, CEO von RIBA schrieb dazu: „Der Bericht offenbart das ganze Ausmaß des geschlechtsspezifischen Lohngefälles, der Frauenfeindlichkeit und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Wir können es uns einfach nicht leisten, begabte Frauen wegen einer überholten, unzulänglichen Arbeitskultur und strukturellen Ungerechtigkeiten zu verlieren.“ Also – es gibt noch viel zu bauen. Mehr dazu.
Im Podcast spricht Bundesarchitektenkammer-Präsidentin Andrea Gebhard mit Dr. Arn Sauer, Direktor der Bundesstiftung Gleichstellung über Gleichstellung im Architektenberuf in Deutschland.
„Wie viel verdienst du, Kollege?“
Das ist die Frage, die Frauen ihren männlichen Kollegen direkt stellen sollten, wenn sie Equal Pay vor Gericht einklagen wollen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat im Fall einer Abteilungsleiterin von Daimler entschieden, dass ihre Entschädigung sich am Gehalt eines besonders gut verdienenden Kollegen orientieren kann und nicht nur am Mittelwert aller männlichen Abteilungsleiter. Näheres hier.
Les Femmes du Rif
Das Olivenöl der Frauen-Kooperative „Femmes du Rif“ erhielt als erste Olivenöl-Marke Marokkos die Bio-Zertifizierung. Eine Erfolgsgeschichte: „Mit der Produktion unseres eigenen nativen biozertifizierten Olivenöl extra hat sich alles verändert. Es hat den Frauen ein eigenes Einkommen gebracht, Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit.“ Jetzt bedroht der Klimawandel die Ernten, aber die Frauen haben schon Ideen für Alternativen. Näheres hier.
Tradwives
Laut einer aktuellen Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) ist der Hype um Tradwives eher Hype als Realität. Junge Frauen in Deutschland vertreten demnach mehrheitlich ein egalitäres Rollenbild: „Traditionelle Bilder der weiblichen Rolle sind zwar auf Social Media sichtbar und somit auch reichweitenstark, prägen jedoch im realen Leben nur eine Minderheit. Die Mehrheit der jungen Frauen in Deutschland orientiert sich an egalitären Vorstellungen.“
#MeToo damals und jetzt
Am 15. Oktober 2017, vor acht Jahren, ging der Post der Schauspielerin Alyssa Milano auf Twitter online. Durch ihren Post und den Hashtag #MeToo wurde eine weltweite Bewegung gestartet, die das Thema sexuelle Belästigung und Gewalt in den öffentlichen Diskurs brachte. Erstmals wurden die jahrzehntelangen sexuellen Übergriffe von Harvey Weinstein gegenüber Frauen in der Filmbranche öffentlich gemacht. Wir haben eine #MeToo-Timeline mit Statements von Polizei, Politik, öffentlichen Betrieben und Medien gesammelt und für Euch ins Netz gestellt. Was hat sich geändert?
Am 21. Oktober 2025 erschien die posthume Autobiografie von Virginia Roberts Giuffre, „Nobody´s Girl“ (engl.) Sie war das bekannteste Opfer des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein und machte seine Taten öffentlich. die deutsche Ausgabe ist bereits als E-Book erhältlich und erscheint ab 18. November als Buch.
Vorerst doch kein Register für Transpersonen
Pläne des Bundesinnenministers Alexander Dobrindt (CSU) zur Umsetzung des neuen Selbstbestimmungsgesetzes sehen vor, dass der frühere Vorname und Geschlechtseintrag einer Person zukünftig im Melderegister angezeigt und auch an andere Behörden übermittelt werden soll. Bisher war das mit einem Sperrvermerk versehen. Da es sich beim Meldewesen um Ländersache handelt, muss der Bundesrat zustimmen. Es stand schon auf der Tagesordnung der letzten Sitzung, wurde dann aber aufgrund der vielen Proteste zurückgenommen. Vorerst…
Konversionsbehandlungen
… sind in Deutschland bei Minderjährigen oder gegen den eigenen Willen seit 2020 verboten. Trotzdem finden sie noch statt, unter anderem von kirchlichen Trägern, um queere Personen von ihrer „Sünde“ zu „heilen“. Näheres hier.
Ist die Justizministerin die bessere Frauenministerin?
Fast will es so scheinen. Während aus dem Haus der Frauenministerin Karin Prien (CDU) bisher kaum Initiativen zur Geschlechterpolitik kamen, hat Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) so einiges vor: Sie plant, lesbische Mütter gleichzustellen und das Sexualstraftrecht zu verschärfen.
Adultismus in Bildung und Politik
Unsere neue Podcastfolge in der Reihe Von Boom bis Zett heißt: Wir müssen über Adultismus reden – denn Adultismus ist die einzige Diskriminierungsform, von der alle schon einmal betroffen waren. „Das wirst du verstehen, wenn du älter bist“, haben wir in der Kindheit gehört. Doch diese Aussage, die fast schon normal scheint, kann – weitergedacht – zu Diskriminierung im Alltag, im Bildungssystem und in der Politik führen, wenn über die Köpfe junger Menschen hinweg entschieden wird.
Women Techmakers – von Google gelöscht
Eingebettet in Googles Unternehmensstruktur war Women Techmakers jahrelang das führende Förderprogramm für Frauen-Karrieren in der Tech-Sphäre. Nun hat Google kommentarlos und mit knapp einer Woche Vorwarnung das Programm gestoppt – und alle Inhalte und Videos, die von den Women Techmakers selber über mehrere Jahren erstellt wurden, einfach gelöscht. Wie Arwa Mahdawi bemerkte: „Google kann sich jetzt nicht mit Gleichstellung befassen – müssen sie doch Trumps neuen Ballsaal finanzieren.“
Japan lässt erstmals „Pille danach“ ohne Rezept zu
Ein Wunder ist geschehen. Im erzkonservativen Japan ist die Pille danach jetzt frei verkäuflich ohne Altersgrenze. Auch eine elterliche Zustimmung bei Minderjährigen ist nicht mehr notwendig. Die einzige Einschränkung: Ein*e Apotheker*in muss die Einnahme überprüfen.
Bremen News
Femizide? Die Gewalt gegen Frauen in Bremen häuft sich. Ein versuchter Femizid in Hastedt wird zur Zeit vor Gericht verhandelt und vor einer Woche tötete ein maskierter Täter seine Ex-partnerin vor ihrem Wohnhaus in Obervieland.
LOVE AT FIRST FIGHT! – Queere Bewegungen in Deutschland seit Stonewall: Die Ausstellung öffnet neue Wege und Perspektiven auf mehr als 50 Jahre queere Geschichte in der BRD, der DDR und schließlich im wiedervereinigten Deutschland. Gezeigt wird manifestierter Widerstand: Plakate aus anderen Zeiten, Flyer, gedruckte Protestaufrufe, Underground-Fanzines und Streitschriften. Ein besonderer Blick gilt der Entwicklung in Bremen. Noch bis 15.2.2026. Großes Rahmenprogramm.
Verleihung des Bremer Frauenkulturförderpreises 2025: Das Konzept des Frauenkulturförderpreises wurde überarbeitet und drei neue Kategorien eingeführt: „Empowerment“, „Vision“ und „Spotlight“. In den drei Kategorien stehen die Gewinnerinnen jetzt fest: „Empowerment“ gewinnt die Musikszene Bremen e.V., die seit Jahren mit Projekten wie dem WD*42 Festival, Überseefestival, Shortband Contest und dem Netzwerk musicHBwomen die Bremer Kulturlandschaft prägen. „Vision“ gewinnt Eva Matz mit ihrem Filmprojekt „Ich will nicht laut sein müssen“. In dem Film geht es um Rollenzuschreibungen von außen, die Mädchen und Frauen genau vorschreiben, wie sie zu sein haben und wie nicht und wo sie hineinzuwachsen haben. Und „Spotlight“ gewinnt der Künstlerinnenverband Bremen GEDOK zum 40-jährigen Bestehen des Künstlerinnenverbands Bremen mit dem Projekt „Mind the Mycelium– 40 Tage Festival zu Feminismus und Vernetzung in der Kunst“. Alle drei Preisträgerinnen in den Kategorien sind damit jetzt nominiert für den Frauenkulturförderpreis 2025. Der Hauptpreis, die Statue „Die Kleine Aphrodite“ sowie ein Geldbetrag von 2.500 Euro, wird direkt in der Veranstaltung vom Publikum vergeben. Die zwei übrigen Kategorie-Siegerinnen erhalten ein Preisgeld von 1.000 Euro.
Elke sucht eine Frauengruppe in Bremerhaven! Ihre Interessen sind: Kreativ, Sport und Kaffeeklatsch. Sie ist 71 Jahre alt und schickt einen Gruß 😊. (Per unsere Mailadresse: E-mail: frauenseiten@bremen.de)
Glenys & Irene



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