Junge Flüchtlinge in Bremen

Fußabdrücke im Schnee

(c) Robers

Eine US-Studie vom Juli 2016 zeigt: Die Europäer*innen haben mehrheitlich Angst oder ein Unbehagen vor Geflüchteten und Migranten. In ganz Europa fürchtet eine Mehrheit einen Anstieg des Terrors. In Osteuropa sehen viele Bürger*innen ihre Arbeitsplätze gefährdet. In Deutschland und Schweden ist diese Sorge allerdings nicht dominant.

Und wie sieht die Situation in Bremen aus?

Aktuell wurden die Einwohner*innen in Huchting damit konfrontiert, dass in einem ehemaligen Hotel am Standrand 44 junge Männer zwischen 14 und 18 Jahren, sogenannte umA (unbegleitete minderjährige Ausländer) einzogen. Das irritierte viele Menschen, da sie darüber nicht informiert wurden.

Im Namen des Beirates Huchting wurden daher die Anwohner*innen zu einem ersten Runden Tisch eingeladen, um mit ihnen über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen. Sowohl die Sozialbehörde wie auch die Akademie Kannenberg informierten und trugen ihr Konzept vor.

Die Betreuung der jungen Männer wird von der Akademie Kannenberg durchgeführt. Fünf Betreuer stehen dafür täglich zur Verfügung. In einem strukturierten Rahmen erhalten die jungen Menschen Anleitungen und Orientierungen zu aktiver Lebensführung. Dazu gehören neben Sprachunterricht auch Kultur- und Wertevermittlung sowie Sport. Ab 17 Uhr ist Freizeit angesagt. Mit den ansässigen Sportvereinen wurden bereits Kontakte geknüpft.

Alle Sorgen und Anregungen wurden von der Akademie Kannenberg sowie auch vom Beirat und Ortsamt Huchting aufgenommen. Das Bündnis „Willkommen bei Freunden“ sucht außerdem ehrenamtliche Unterstützer*innen, die sich schon am selben Abend melden konnten.

Ich nahm an der Abendveranstaltung teil und ging mit dem Gefühl nach Hause, dass alles denkbar Mögliche getan worden ist. Dass sich die jungen Flüchtlinge in Bremen-Huchting wohlfühlen und in der Gesellschaft ankommen, hoffe ich sehr.

Heidemarie Gniesmer

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