Arbeit 4.0 – Chance oder Risiko?

Am 14. Februar waren wir von den frauenseiten bei dem Projekt Arbeit 4.0: Frauen und Digitalisierung – Chancen und Risiken im KWADRAT, der Werkstatt Bremen. Moderiert wurde das Projekt von Dr. Yvonne Bauer. Die Eröffnung gestalteten der Staatsrat Eckehart Siering von dem Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen, und Bettina Wilhelm, die Landesbeauftragte für Frauen und die Leitung der ZGF.

Eine kleine Einführung

Eckehart Siering begann damit, dass die Digitalisierung bei der Stellung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt für mehr Risiken als Chancen sorgt. Eines dieser Risiken ist das „Substitutionsrisiko“, was bedeutet, dass Arbeitsplätze durch Maschinen ersetzt werden können. Jedoch bieten die MINT-Berufe Vorteile, da hier bisher nur wenige Frauen angestellt sind. Neue Chancen entstehen durch neue Formen der Erwerbstätigkeit, womit Crowd-Jobs und Crowd-Working gemeint sind.

Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm spricht bei der Veranstaltung "Arbeit 4.0: Frauen und Digitalisierung, Chancen und Risiken

(c) Nesrin Kaya

Darauf folgte eine Rede von Bettina Wilhelm. Sie sagt, dass es auch im Alltag viel Digitalisierung gebe und diese deshalb „entzaubert“ werden müsse, damit sie greifbarer werde. Es werden Algorithmen generiert, wodurch wir geschlechtsspezifische Angebote erhalten. Das Arbeiten im Homeoffice ist eine neue Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Diese Beschäftigungsform bedeute aber auch, dass Frauen weiter in Teilzeit arbeiten und dadurch unsichtbar werden würden. Es ist also die Frage, wie Arbeit in Zukunft organisiert werden kann.

Vom Umbruch zum Aufbruch: Frauen in der digitalen Transformation

Sketchnote zum Vortrag:"Vom Umbruch zum Aufbruch:Frauen in der digitalen Transformation" von Kira Marrs. 5 von ihr entwickelte Gestaltungsszenarien für die Zukunft auf dem Arbeitsmarkt für die Frauen.

(c) Renate Strümpel

Als nächstes folgte ein Vortrag von Dr. Kira Marrs vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung München. Für sie gebe es einen digitalen Umbruch von Wirtschaft und Arbeit, den man nutzen müsse. Die Digitalisierung ist eine historische Zäsur, denn die Unternehmen denken radikal neu, da sie vor einem grundlegenden Umbruch stehen. Wir sind noch am Anfang dieses Prozesses, also müssen wir den Aufbruch für uns Frauen nutzen. Außerdem hat Dr. Kira Marrs den #WomenDigit ins Leben gerufen. Unter diesem Hashtag analysieren Expertinnen den Transformationsprozess auf dem Arbeitsmarkt, der durch die Digitalisierung entsteht; und welche Chancen und Risiken dabei für Frauen bestehen.

Dr. Kira Marrs hat fünf Gestaltungsszenarien für eine gendergerechte digitale Arbeitswelt entwickelt. Erstens gibt es einen Umbruch der technischen Felder, wodurch es neue Integrationschancen für Frauen gibt. Zweitens gibt es ein Kollaboratives Arbeiten und dadurch neue Entfaltungschancen für Frauen. Drittens kann es neue Führungsleitbilder geben, die auch weiblich sein können. Hierdurch kann die Führung auch zur Teamaufgabe werden. Viertens kann man Karriere neu denken, also ein neues Karriereverständnis entwickeln. Fünftens gibt es durch die Digitalisierung die Möglichkeit für ein neues Raum-Zeit-Gefüge, wodurch es mehr individuelle Souveränität geben kann.

Wie weiblich ist Arbeit 4.0?

Amanda Julia Witkowski von der Hans-Böckler-Stiftung begann mit der Frage, was Digitalisierung ist. Es bedeute, dass es einen Werte- und Kulturwandel gebe. Hierdurch würden neue Dimensionen der Vereinbarkeit für Frauen entstehen. Plattformarbeit bietet eine neue Chance, womit beispielsweise das Crowd-Working gemeint ist. Um zu zeigen, was in Zukunft wichtig ist, zitierte sie einen Satz aus dem Grundsatzprogramm der SPD von 2007: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“ Es ist also Aufgabe der Frauen, die Digitalisierung für sich zu nutzen.

Homeoffice als neue Chance?

Dann gab es die Möglichkeit, sich an verschiedenen Thementischen zu informieren. Ich habe mich für das Thema Homeoffice + mobiles Arbeiten= Vereinbarkeit 4.0? Vom Nutzen und Nachteil digitalisierter Arbeitszeit entschieden. Hier gab es zunächst ein Gespräch zwischen der Leiterin von Impulsgeber Zukunft Rena Fehre und Patricia Beste, eine Softwareentwicklerin bei CargoSoft GmbH. Dieses Gespräch wurde begleitet von Andrea Quick von der ZGF. Patricia Beste hat zunächst von den Zeitmodellen bei CargoSoft berichtet. Es gibt keine festen Regelungen, ob Teilzeit oder Vollzeit. Außerdem gibt es hier auch junge Männer, die in Teilzeitarbeit beschäftigt sind. Und obwohl es ein Software Unternehmen ist, gibt es viele weibliche Mitarbeiterinnen.

Es wurde diskutiert, welche Chancen und Risiken das Homeoffice birgt. Mit dem Ergebnis, dass man Homeoffice als neue Möglichkeit verstehen muss, bei der es wichtig ist, dass es ein neues gesellschaftliches Denken gibt. Denn auch mit Homeoffice kann es möglich sein, dass Frauen Karriere machen. Bei diesem Arbeitsmodell ist viel Vertrauen und gute Kommunikation notwendig. Weitere Chancen vom Homeoffice, sind das effizientere Arbeiten und die Selbstbestimmung. Mein Fazit ist also, dass das Arbeiten im Homeoffice viele Möglichkeiten bietet, die besser genutzt werden müssen und mehr Branchen erreichen können.

Und für die Zukunft gilt…

6 Personen, wovon 5 an 3 Stehtischen sitzen.

(c) Annika Bley

Bei der Podiumsdiskussion sprachen einige Vertreter*innen aus Arbeit und Wirtschaft im Land Bremen über die Chancen und Risiken von Arbeit 4.0. Hierbei kamen sehr unterschiedliche Ansichten zusammen, die auf die vielen Chancen für Frauen aufmerksam machten. Denn durch diesen Umbruch gibt es die Chance für Frauen eine neue Stellung auf dem Arbeitsmarkt einzunehmen, wenn sie Eigeninitiative zeigen. Es ist also nun die Aufgabe der Frauen, den Umbruch auf dem Arbeitsmarkt für sich zu nutzen.

Annika Bley

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