Die „Pille danach“ soll rezeptfrei werden

Gute Nachricht für Frauen – Europa sei Dank: Laut Medienberichten ist endlich auch bei uns die Freigabe der `Pille danach‘ in Sicht. Die `Pille danach` ist in 78 Ländern weltweit rezeptfrei verfügbar, davon in 28 europäischen Ländern und allen deutschen Anrainern. Die europäische Arzneimittelbehörde empfiehlt , die unter dem Namen Ellaone vertriebene ´Pille danach´ in allen EU-Ländern von der Verschreibungspflicht zu befreien. Bisher ist dieses Meddikament in Deutschland unverändert verschreibungspflichtig, weil das CDU-geführte Bundesgesundheitsministerium trotz vielfacher politischer und fachlicher Initiativen, darunter drei Bundesratsentschließungen für die Freigabe, an der Rezeptpflicht festhält. Da nun die europäische Freigabe für den verwendeten Wirkstoff Ulipristalacetat ansteht, erwägt der Bundesgesundheitsminister laut Medienberichten auch für den länger bekannten und erprobten Wirkstoff Levonorgestrel die Freigabe und würde damit seine Blockadehaltung aufgeben. „Wenn es demnächst schon eine `Pille danach` rezeptfrei gibt, ist es absolut sinnvoll, den zweiten Wirkstoff auch freizugeben, zudem er in seiner Wirksamkeit viel besser erprobt und zudem preiswerter ist“, erläutert die Bremer Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die Freigabe des Wirkstoffs Levonorgestrel längst empfohlen, ebenso die World Health Organization WHO. Die `Pille danach` ist nach § 218 Strafgesetzbuch keine Abtreibung, sie gilt international als sicher, wirksam und nebenwirkungsarm. Die `Pille danach` ist eine medizinische Erstversorgung nach einem Verhütungsunfall – Studien aus anderen EU-Ländern belegen, dass sich durch ihre Rezeptfreiheit das Verhütungsverhalten nicht ändert, sprich: dass die `Pille danach` keineswegs normale Verhütungsmittel ersetzt. Ulrike Hauffe: „Die `Pille danach‘ ist ein Notfall-Medikament, das schnell und einfach verfügbar sein muss. Frauen wissen, was sie wollen, und sie wissen, was sie tun. Deutschland ist bis jetzt – auch – in dieser Frage weiblicher Selbstbestimmung europäisches Schlusslicht. Gut, wenn uns Europa hier endlich Beine macht.“

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