Gekickert wird nun getrennt

„Wollen wir kickern?“. Wenn ein Kickertisch in der Kneipe steht, fällt dieser Satz irgendwann ganz bestimmt. Ein Kickertisch zieht selbst die größten Couchpotatos aus der Reserve. Kickern bedarf keiner großen Anstrengung, macht Spaß und selbst im alkoholisierten Zustand wird das eine oder andere Tor getroffen. Außerdem bietet Tischfussball eine Möglichkeit mit fremden Menschen in Kontakt zu treten und sich, wenn auch nur für die Dauer eines Spiels, auszutauschen. Alles in allem ein toller Kneipensport.

Tischfußball-Figuren

(c) von Alex Proimos from Sydney, Australia (Foosball Table) CC BY 2.0via Wikimedia Commons

Tischfussball ist aber auch eine richtige Sportart mit Verband, nationalen Ligen und weltweit ausgetragenen Turnieren. Bis jetzt war es durchaus üblich, dass die nationalen Teams zum Teil unisex aufgestellt waren. Nach dem Motto „Leistung vor Geschlecht“.

Geht es nach dem Deutschen Tischfussballbund (DTFB) wird sich dies nun ändern. Eine strikte Geschlechtertrennung, nach Vorbild des Deutschen Fussballbundes (DFB), tritt ab kommender Saison in Kraft. Demnach können Spielerinnen, die derzeit in der 1. Bundesliga spielen, nur noch in der 1. Frauen Bundesliga antreten. Ziel sei angeblich, das Niveau dieser Liga durch starke Spielerinnen zu steigern. Laut DTFB Präsidenten Klaus Gottesleben nutzten talentierte Spielerinnen die Frauenliga als Sprungbrett für die „bessere“ Herrenliga. Und damit soll erstmal Schluss sein.

Wenn Frauen sich in der 1. Bundesliga (der Herren) behaupten können, warum muss das nun unterbunden werden? Etwa zum Schutz mancher Männer Egos?

Ich verstehe, dass in einzelnen Sportarten die physiologischen Unterschiede der biologischen Geschlechter entweder Vor- oder Nachteile mit sich bringen und daher in getrennten Wettbewerben angetreten wird. Doch beim Kickern? Seit wann hat das Geschlecht beim Kickern einen solchen Stellenwert? Ich dachte, es geht um Taktik und Technik und nicht um Brüste und Eier.

Anastasia Garies

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