Am 18.10.2025 ist Weltmenopause-Tag. Die Beraterinnen des Deutschen Verbandes für Wechseljahreberatung e.V. gestalten einen online Info-Abend. Und was letzte Woche los war, erfahrt ihr in unserem Presse-Pott.
Feminist Law Clinic
Im Jura-Studium spielen das Sexualstrafrecht und auch das Familienrecht und Fälle von Partnerschaftsgewalt so gut wie keine Rolle, denn sie gelten nicht als examensrelevant. „Der Lehrplan ist veraltet. Thematiken, die vor allem Frauen betreffen, sind dort noch nicht angekommen“. Und das, obwohl die Zahlen von Gewalt- und Sexualstraftaten gegen Frauen ständig steigen. Um diese Lücke zu schließen, haben Studierende die Feminist Law Clinic für kostenlose Rechtsberatung gegründet, die seit ihrer Gründung im letzten Jahr großen Zulauf hat.
Nobelpreise 2025
Letzte Woche wurden die Preisträger*innen der diesjährigen Nobelpreise bekannt gegeben: für Physik, Chemie, Medizin, Literatur sowie für den Friedensnobelpreis. Eine der drei Medizin-Preisräger*innen ist Mary E. Brunkow, den Friedensnobelpreis bekam María Corina Machado. Das war’s: zwei Frauen, neun Männer. Kommentar überflüssig… Hier ein Porträt der rechtspopulistischen venezolanischen Oppositionspolitikerin Machado und ein Kommentar, warum das Preiskommittee sich für sie entschieden haben mag.
Überfälliges Urteil
Eine Untersuchungsrichterin in Großbritannien hat mit dem Urteil „Rechtswidriges Töten durch den Partner“ für Wirbel gesorgt. Die 32-jährige Georgia Barter war über Jahre hinweg häuslicher Gewalt durch Thomas Bignell ausgesetzt. 2020 starb sie nach einer Überdosis Schmerzmedikamente, und obwohl die Richterin die vorangegangene polizeiliche Untersuchung nicht kritisierte, fand sie, dass unzählige Warnzeichen übersehen worden waren. Die Richterin entschied, dass die Überdosis ein „Hilferuf“ hätte sein können: Grund dafür seien die ständigen Misshandlungen. Die Anzahl der „Selbstmorde nach häuslicher Gewalt“ überstieg 2024 zum zweiten Mal die Anzahl der „Partnertötungen“.
Eklatante genetische Unterschiede
Ein großangelegte australische Studie hat herausgefunden, dass Frauen* zweimal so viele genetische Marker für starke Depressionen besitzen wie Männer*, wobei sich manche überschneiden und manche nicht. Es war bekannt, dass etwa zweimal so viele Frauen* wie Männer* die Diagnose Major Depression erhielten, aber dies war vielfach der „pflegenden Rolle“ oder der „Mitteilungsbereitschaft“ von Frauen* zugeschrieben worden. Die riesige Studie wirft jetzt viele Fragen auf: Müssen Männer* und Frauen* verschiedene Behandlungen bekommen? Und: Wie steht es mit dem Genom von Trans- oder Interpersonen? Hier eine Zusammenfassung auf Deutsch.
Grünes Licht für vereinfachte Pflegefachassistenzausbildung
Im Presse-Pott am 15.9.2025 berichteten wir über den Gesetzentwurf zur Einführung einer neuen bundeseinheitlichen Pflegefachassistenzausbildung. Am 9.10.2025 wurde das Gesetz nun verabschiedet. Der Bundesrat muss allerdings noch zustimmen. Die Ausbildung dauert 18 Monate (in Teilzeit bis zu 36 Monate), es soll gleichzeitig umfassende Verkürzungsmöglichkeiten, insbesondere bei beruflicher Vorerfahrung geben (zum Beispiel auf 12 Monate oder weniger). Es besteht ein Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung. Bisher erhielten nur rund die Hälfte der Auszubildenden eine Vergütung. Start der Ausbildung: Ab 1. Januar 2027.
Neue Podcastfolge von uns
Von Boom bis Z: Warum arbeitet ihr nicht mehr in der Pflege? Behandelt werden alle Themen – Belastung, Personaldecke, Wertschätzung, Stress, keine Freizeit und dabei noch unendlich viel zu tun… Aber zusätzlich verraten unsere Gästinnen Carola und Kathrin in einem kleinen Gedankenexperiment die Dinge, die sie dazu bringen würden, doch zurück in ihren alten Beruf zu gehen.
Und neue Podcastserie von Pinkstinks
Die erste Folge der »Feministischen Sprechstunde« behandelt Rollenklischees & Kinder. Was tun, wenn mein Kind plötzlich nur noch Rosa will? Wie damit umgehen, wenn Freund*innen nach der Geburt ihres Kindes plötzlich in veraltete Klischees rutschen? Die nächste »Feministische Sprechstunde« ist übrigens längst in Arbeit. In der wird es um Sexismus auf Social Media gehen – wie erkenne ich ihn, was kann ich dagegen tun?
Bremen News
Neuer Bremer Rat für Teilhabe und Diversität in der Migrationsgesellschaft ernannt. Die Deputation für Soziales, Jugend und Integration hat in dieser Woche die 23 Mitglieder und 23 Stellvertretungen des neuen Bremer Rats für Teilhabe und Diversität in der Migrationsgesellschaft berufen. Bei der Auswahl der Ratsmitglieder wurden Diversität und Parität besonders berücksichtigt, unter anderem mit Blick auf Geschlechterparität, eigene Migrationsbiografien, Vertretung aus Bremerhaven, Vertretung verschiedener migrantischer Communities aus unterschiedlichen Herkunftsregionen sowie fachliche Expertise aus Bereichen wie Bildung, Wissenschaft, Arbeit, Wohnen, Wirtschaft, Gesundheit, Antidiskriminierung/Antirassismus.
„Mit jeder weiteren Karrierestufe in der Wissenschaft nimmt die Beteiligung von Frauen ab.“ Eine Analyse der Arbeitnehmerkammer Bremen zum Start des Wintersemesters 2025/2026 zeigt: „Trotz einiger Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten – es bleibt dabei, dass Frauen zwar die Mehrheit der Absolventinnen stellen, auf der Karriereleiter aber einbrechen“, so Kammer-Geschäftsführerin Elke Heyduck. Mehr dazu hier.
Der andere Fußball. Es gibt Fußball und Frauen-Fußball… Was beim Frauenfußball anders ist, zeigt zum Beispiel die friedlichere Atmosphäre im Stadion. „Mit der giftigen Rivalität, die zwischen beiden Städten und beiden Vereinen von jeher ausgelebt wird (gemeint sind Werder und der HSV), können die Bremer Fußballerinnen nichts anfangen“, berichtet butenunbinnen. Am Samstag, 11.10.2025 waren mehr Zuschauer*innen zum Nordderby im Weserstadion als bei einem Frauenspiel je zuvor: 37.000. Die Partie wurde live im Ersten übertragen und Werder gewann 2:0.
Weltmädchentag in Bremen. Zum Weltmädchentag am 11.10.2025 befragte butenunbinnen Mädchen in Bremen, was sie bewegt, und interviewte Shahrzad Tajali vom Mädchenhaus Bremen: „Gleichberechtigung ist etwas, wofür wir leider immer noch einstehen müssen, das wir noch immer verteidigen müssen.“
Frau.Sucht.Hilfe. – Es gibt seit dem 8.10.2025 eine neue Selbsthilfegruppe für Frauen mit einer Suchtbelastung (Alkohol, Medikamente ….), sowie für angehörige Frauen. Die Gruppe trifft sich mittwochs von 18.00 Uhr – 19.30 Uhr in den Räumen von Frau.Sucht.Hilfe, Herderstr. 74, 28203 Bremen. Eingeladen sind alle Frauen, die einen Weg aus der Sucht finden möchten und ebenso alle, die bereits abstinent leben und sich gerne mit anderen Frauen austauschen möchten. Sowie Frauen, die in ihrer Familie mit einer Suchtbelastung konfrontiert sind. Teilnahme nach vorheriger Anmeldung unter der Tel. Nr. 0157 5437 5738 oder per Mail an a.goeritz@frau-sucht-hilfe.info .
Glenys & Irene



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