Sineb El Masrar – Emanzipation im Islam

Am 19. April gab es eine Veranstaltung im Bremer Presseclub über die Emanzipation im Islam. Gesponsert wurde dieses Event von der Friedrich Naumann Stiftung. Die Autorin Sineb El Masrar stellte ihr Buch „Emanzipation im Islam – Eine Abrechnung mit Ihren Feinden“ vor und anschließend gab es eine Diskussion, geleitet von der FDP Fraktionsvorsitzenden Lencke Steiner.

Buchcover von 'Emanzipation im Islam'

(c) Herder Verlag

Sineb El Masrar wurde in Hannover geboren. Ihre Eltern stammen beide aus Marokko. Ihr Vater kam als Gastarbeiter in den 1960er Jahren nach Deutschland und holte in den 1970er seine Frau rüber. Sie wuchs in einem traditionellen und religiösen Kontext auf, aber sie wurde aufgefordert, kritische Fragen zu stellen. Ihre Eltern motivierten sie selbst ihr Ziele zu verwirklichen, denn das Leben schenkt einem nichts. Auch ihre Mutter sagte ihr, dass sie im Leben auf eigenen Beinen stehen muss.

Frauen, befreit euch!

Mit ihrem Buch fordert Sineb El Masrar, dass Muslimas sich von Traditionen befreien. Befreit euch! Muslimas müssen sich ihr Recht auf Gleichberechtigung und Freiheit nehmen. Um sich zu befreien, müssen Muslimas den ersten Schritt wagen. Sie müssen sich von den Regeln, dem Patriarchat und den Traditionen, die ihnen über die Jahrhunderte auferlegt wurden, lösen.

Sineb El Masrars Nachricht ist eine starke. Sie ist mutig und hat eine klare Meinung: Sie fordert Muslimas, aber auch alle Frauen, dazu auf, ihr Leben selbst zu bestimmen und zu gestalten.

Alle Exemplare wurden zurückgefordert

Ich habe versucht, am nächsten Tag das Buch zu kaufen, da ich Sineb El Misrars Hauptaussagen nochmal nachlesen wollte. Jedoch konnte ich es nicht kaufen, da der Verlag Herder alle Buchhandlungen aufgefordert hat, alle Exemplare zurück zu schicken. Der Grund dafür war „aus rechtlichen Gründen“. Der explizite Grund war zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Und der mögliche Grund dafür…

Laut Die Presse hat die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş eine einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung des Buches beantragt. Das Landgericht München hat diesem Antrag stattgegeben. Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş wird von dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) aufgrund von islamistischen, antisemitischen und verfassungsfeindlichen Tendenzen beobachtet.

Das Buch kam schon am 28. April zurück in die Buchhandlungen, allerdings mit geschwärzten Stellen. Sobald ich das Buch habe, schreibe ich einen weiteren Text!

Louise Tiessen

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