Unsere Frau der Woche: Andrea Barckhausen

808 Wochen unsere Frau der Woche

Eine Frau mit Plakat

Aktion „Wer braucht Feminismus?“ in der Bremischen Bürgerschaft am 8.3.2018

Andrea als „unsere Frau der Woche“ – nein, das geht gar nicht! EINE Woche, wo du doch für die Redaktion der frauenseiten die Frau unzähliger Wochen gewesen bist. Genau 808 Wochen! Du bist das Urgestein und warst vom ersten Tag an dabei mit deinen pfiffigen Ideen, deinem Optimismus und deiner Lust auf Neues.

Wir alle in der Anfangs-Crew wollten den Aufbruch und das spannende Neue, das „Web.2.0“ versprach, für Frauen nutzen. In den ersten Jahren war das Internet noch stärker als heute von Männern und männlichem Denken geprägt, Frauen im Netz als Nutzerinnen und Gestalterinnen waren deutlich unterrepräsentiert und der Erwerb von Medienkompetenz das Gebot der Stunde. Als interaktives Medium mit niedrigschwelligem Zugang waren wir Vorreiterinnen. Und das war von Beginn an in der Redaktion zu spüren: gemeinsames Lernen, wo es keine dummen Fragen gab, wo alte und junge Frauen mit unterschiedlichen Lebens- und Medienerfahrungen zusammenarbeiteten, wo das Engagement für die gemeinsame Sache im Mittelpunkt stand, wo Hierarchien wenig Bedeutung hatten. So eine „bunte Truppe“ braucht besondere Pflege und du hast es immer verstanden, sie zusammenzuhalten.

Immer mit Herz und vollem Einsatz dabei

Andrea schaut durch die Tür ins Büro

© Christel Schütte

Unsere Freiwilligenredaktion war ein Ort, an dem du genau richtig warst und einen unschätzbaren Anteil daran hast, dass dieses Miteinander auf Augenhöhe bis heute gelingen kann. Solche Strukturen fallen ja nicht vom Himmel. Du hast über all die Jahre zäh und unerschütterlich daran gearbeitet, dass Jede in der Redaktion „ihren“ Platz finden konnte mit ihren Fähigkeiten und Vorlieben. Viele Frauen haben dadurch aus den frauenseiten heraus den Absprung in eine Ausbildung oder in einen Job geschafft, den sie sich vorher nicht zugetraut hätten.

Du hast das Gewusel und das ewig Unberechenbare unserer Freiwilligen immer als Reichtum und als Basis unserer Arbeit verstanden. Weil du wusstest, dass ein Kollektiv nur funktioniert, wenn alle sich wertschätzen mit dem, was sie gern machen oder lernen wollen. Die Chefin raushängen lassen zu müssen, war wohl die größte Strafe, die man dir antun konnte, Andrea!

Jede Herausforderung gemeistert

Acht Frauen mit erhobenen Fäusten

(c)frauenseiten, Victoria Kräwinkel

Diese Art zu denken und zu handeln hast du schon aus deinen vielen Jahren in alternativen Projekten mit zu den frauenseiten gebracht und durch alle Klippen und Schwierigkeiten verteidigt. Immer wieder haben wir uns neu erfunden, insbesondere in den Sozialen Netzwerken. Immer gab und gibt es Geldprobleme, immer wieder mussten und müssen Freiwillige von heute auf morgen ersetzt werden. Immer wieder musstest du den Spagat zwischen der frauenseiten-Redaktion und bremen.online ausbalancieren.

Aber seien wir ehrlich: anders zu arbeiten, hätte dir nicht wirklich Spaß gemacht. Und Spaß hat es uns allen immer wieder gemacht, mit dir zu arbeiten! Allein schon zur Bürotür reinzukommen und von dir mit deinem Lächeln begrüßt zu werden – aufmunternd, offen und persönlich, das war immer ein guter Beginn. Gefühlt eine Million mal, dein tägliches Geschenk an uns. Allein das, neben all dem anderen, liebe Andrea, wird uns unglaublich fehlen.

Also du Frau der Woche: Viele Wochen werden wir in der Redaktion an dich denken – und seufzen.

Natürlich könnten wir ja auch einen Ableger der Redaktion in Castel Azzara gründen und regelmäßig dort unsere Sitzungen abhalten, um weiterhin deine langjährigen Erfahrungen anzuzapfen. Aber wir glauben, in deinem Sinne wäre mehr, wenn wir dich ab jetzt einfach dort besuchen als gute Freundin, der wir so viel verdanken – weit weg vom Alltagsstress der Redaktion.

Liebe Andrea, wir danken dir.

Deine Freiwilligen-Redaktion

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  2 comments for “Unsere Frau der Woche: Andrea Barckhausen

  1. Andrea
    30. Mai 2018 at 9:58

    Ihr Lieben, ich bin baff, dankbar, begeistert, ergriffen…bloß nicht heulen jetzt…
    Nur 808 Wochen? Es kommt mir vor, als wäre es mein halbes Leben gewesen, jedenfalls war es ein unglaublich wichtiger und schöner Teil davon. Dass es so viel Spaß gemacht hat, verdanke ich euch allen!!! Ohne euch gäbe es die frauenseiten.bremen nicht und mir würde ein großer Teil meines Ichs fehlen.
    DANKE!

  2. Angelika Zollmann
    1. Juni 2018 at 8:50

    so ein schöner Abschiedsbrief! Ich werde dich vermissen, liebe Andrea, und wünsche dir eine wunderbare Frei-Zeit und natürlich auch Oma-Zeit!
    Angelika

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