Wenn Flirt zu ernst wird

„Sexting“, der neue „Trend“ ist vor allem in den USA bekannt. Das Verbreiten von Nacktbildern wird nicht nur immer öfter von Jugendlichen praktiziert, sondern auch ausgiebig diskutiert. Insbesondere in vielen Bundesstaaten ist es Thema. Ein Bericht über ein problematisches und gefährliches Phänomen.

 

(c) frauenseiten, Tönsing

(c) frauenseiten, Tönsing

„Sexting“ setzt sich aus den Wörtern Sex und Texting zusammen und beschreibt das Versenden und Empfangen von intimen Fotos über Smartphones und Social Media. Laut einer Studie in den USA werden 70 Prozent der Mädchen von ihrem Freund unter Druck gesetzt, anzügliche Bilder von sich zu schicken. (Fälle, in denen es Mädchen sind, die Jungen bedrängen, gibt es ebenfalls, wenn auch nicht ganz so häufig.) Ernst wird diese Art von Flirt vor allem dann, wenn die Freunde die intimen Fotos – natürlich ohne Einwilligung der Freundin – an Klassenkameraden weiterschicken und sogar im Internet veröffentlichen. Das Verbreiten solcher Fotos beispielsweise auf Instagram, wie im Fall einer Schule in Virginia, wird deshalb so viel diskutiert, weil das Gesetzt in Virginia festlegt, dass alle Beteiligten wegen Besitz, Weitergeben oder Erhalten von Kinderpornographie angeklagt werden müssen. Das ist schlichtweg unmöglich, da dieses Phänomen sehr weit verbreitet ist.Laut einer Untersuchung Amerikas betreiben mehr als 21 Prozent der Mädchen und 18 Prozent aller Jungen „Sexting“. Die Folgen sind diese: Wer sich dagegen wehrt und keine erotischen Fotos von sich macht, wird oft als prüde oder keusch beschimpft. Allerdings werden im Gegenzug diejenigen gemoppt und als Schlampen und Huren beleidigt, die dem Druck nicht standhalten und um ihre Beziehung fürchten. Selbstmorde sind ebenfalls – wenn auch selten – Auswirkungen, die das Verbreiten von Nacktbildern mit sich ziehen. In Großbritannien ist „Sexting“ ebenso wie in den USA weit verbreitet und auch in Deutschland werden immer häufiger intime Bilder verschickt.

Zeichnung im Comic-Stil, geöffneter Mund

(c) frauenseiten, Tönsing

Nicht nur Jugendliche betreiben „Sexting“, vor allem bei jungen Erwachsenen ist es (mehr oder weniger) „normal“, es gehört angeblich zum Dating dazu. Einer amerikanischen Studie von 2008 zufolge haben 20 Prozent der 13- bis 19-Jährigen, 59 Prozent der 20- bis 26-Jährigen schon solche Nacktfotos versendet.

 

Amélie Schlachter

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