Auch das gehört dazu: Drohnen killen (Biene Alwine)

Drohnenwabe

So sehen die Drohenzellen aus: größer und dicker als Arbeiterinnenzellen

Das ist wohl die ekligste Arbeit im ganzen Jahr: Der Drohnenschnitt. Hatte ich ja schon angekündigt und nun war es wieder soweit….

Die Drohnenwaben waren voll mit verdeckelter Brut, und die musste dran glauben. Denn darin sitzen vor allem die Varroamilben. Für das Bienenvolk aber schlimm, denn über den Sommer können wir keine Behandlung gegen die Milben durchführen, wir wollen schließlich keine Chemie im Honig haben!

Mit einem scharfen Messer haben wir die Wachszellen samt ihrem Inhalt ausgeschnitten – und dabei einen Blick in die Entwicklungsstadien der Bienen geworfen, nämlich Maden und Larven, wie bei Insekten so üblich. Danach haben wir alles zum Abtöten „schockgefrostet“, also ab in den Tiefkühlschrank für einen Tag. Über das weitere Verfahren gibt es auch unter ImkerInnen unterschiedliche Auffassungen. P1020425_ausschnitt_webKleinere Mengen werfen manche in den Müll, andere schmelzen alles ein und filtern das Wachs heraus. Manche geben die Waben den Hühnern, vergraben  sie, oder (sagte ein Imker in einem Forum) „werfen sie in den hintersten Gartenwinkel unter die Hecke und am nächsten Tag ist alles weg“.

Ich habe einige Waben auf meinem Balkon für die Vögel hingelegt – und siehe da: nach kurzer Zeit war ein emsiges Treiben zu beobachten: P1020445_ausschnitt_nah_webStare und Meisen waren begeistert, die Meiseneltern brachten gleich ihren Nachwuchs mit, der an Ort und Stelle mit der eiweißreichen Powernahrung gefüttert wurde. (Da hatte ich natürlich wieder die Kamera nicht zur Stelle…). Nach einigen Stunden waren die Waben sauber leergefressen, die werden wir dann im Winter wieder einschmelzen. So hat der Drohnentod wenigstens auch noch sein Gutes!

Mehr von Biene Alwine findet ihr hier.

  5 comments for “Auch das gehört dazu: Drohnen killen (Biene Alwine)

  1. Heidemarie
    29. Juni 2016 at 10:14

    Das ist ja wieder ein interessanter Beitrag. Ich lerne immer mehr über Bienen, und das ist richtig spannend.
    Übrigens war ich im Urlaub wieder in Brandenburg und habe den dortigen Imker besucht. Er schleuderte gerade den frischen Frühlingshonig. Davon kaufte ich dann vier Gläser – lecker!
    Auf weitere Bienentexte freut sich Heidemarie

    • Alwine
      29. Juni 2016 at 14:24

      Liebe Heidemarie,
      danke für deinen Kommentar! Inzwischen haben wir auch den Frühjahrshonig geschleudert – es waren 20 Liter! Wir haben uns sehr gefreut. Im Juli kommt dann eine weitere Ernte – hoffentlich auch gut, wenn das Wetter mitspielt…!
      Liebe Grüße
      Alwine

  2. Ronja
    29. Juni 2016 at 10:48

    Liebe Biene Alwine,
    Wir haben uns in Meck-Pomm Raps- Honig gekauft. Zu Hause stellten wir fest, dass der Honig sehr sehr fest ist, kaum schmierbar. Ist das ein (mangelndes) Qualitätszeichen? Und ist es möglich, den Honig zu erhitzen – z.B. im Wasserbad – ohne dass die Qualität verloren geht?
    Diese Frage von
    Ronja und Airam

    • Alwine
      29. Juni 2016 at 14:29

      Liebe Ronja,
      es gibt Honigsorten, die fest oder cremig sind, das hängt von den Trachpflanzen ab und ist keinerlei schlechte Qualität! Wenn ihr ihn weicher haben wollt, könnt ihr ihn etwas warm machen – aber nicht über 40 Grad, sonst gehen die guten Sachen wie Enzyme etc. kaputt.Ich stelle das Glas ein paar Stunden in den warmen Backofen. Das mache ich mit kristallisiertem Honig – ich hoffe, das geht bei dem festen Rapshonig auch.
      Lasst es euch schmecken, liebe Grüße
      Alwine

  3. Ronja
    29. Juni 2016 at 19:51

    Prima. Wir haben es ausprobiert. Es hat funktioniert! Danke!

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