Senat beschließt den weiteren Kita-Ausbau

Bremer Schlüssel mit Rand

Bremer Schlüssel
© Senatskanzlei Bremen

Mit dem Ausbau um 2.100 Plätze bis zum Kindergartenjahr 2019/2020 will die Stadt Bremen die Kindertagesbetreuung zukunftsfest machen. Ein entsprechendes Konzept hat der Senat beschlossen.

Im Einzelnen: Fast 1.000 Plätze werden allein deshalb nötig, weil Bremen sich derzeit in der Phase eines kleinen „Babybooms“ befinde: Die Zahl der Kinder im Kindergartenalter (drittes Lebensjahr bis Schuleintritt) wird bis August 2019 um rund 1.000 auf dann über 14.000 steigen. Schon bei der jetzigen Betreuungsquote von 94 Prozent braucht Bremen daher 940 Plätze zusätzlich. Grund für die steigenden Geburtenzahlen ist die vergleichsweise große Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter. „Es sind die Kinder der Babyboomer, die jetzt wiederum Eltern werden,“ so Senatorin Anja Stahmann. Weitere 550 Plätze werden erforderlich, weil Bremen die Betreuungsquote von Kindergartenkindern weiter anheben will, nämlich von derzeit 94 auf 98 Prozent. Zudem müssen mehr als 400 zusätzliche Stellen für Fachkräfte in Kindergärten und Krippen geschaffen werden.

Auch für Kinder unter drei Jahren sollen mehr Plätze geschaffen werden. „Die Betreuungsquote soll in keinem Stadtteil unter 50 Prozent liegen“, erläuterte die Senatorin das Konzept. Dazu seien 650 weitere Plätze nötig. „Eltern in sozial belasteten Stadtteilen machen ihren Anspruch auf Kindertagesbetreuung noch nicht so geltend, wie es ihren Kindern gut tun würde“. Mit weiteren wohnortnahen Angeboten wollen wir um diese Eltern und ihre Kinder werben. Nur so kann die Kita ihre Aufgabe erfüllen, sozialer Benachteiligung wirksam entgegenzutreten.“ Bislang liege die Betreuungsquote in den Stadtteilen bei mindestens 45 Prozent.

Die größten Potenziale für eine höhere Bildungsbeteiligung in Krippe und Kindergarten sieht Senatorin Stahmann bei Kindern aus zugewanderten Familien. „Fast 16 Prozent nehmen auch im letzten Kindergartenjahr vor dem Schuleintritt keinen Betreuungsplatz in Anspruch“, so Stahmann. „Und das sind fast durchweg Familien, die in wirtschaftlicher Armut leben. Hier besteht eine der größten Herausforderungen für die Sozialpolitik der kommenden Jahre.“

Auf Grundlage einer sehr detaillierten Analyse hat der Senat die Ausbaubedarfe und die Planungen jetzt für jeden Stadtteil in Bremen systematisch erarbeitet. Eingeflossen in die Planungen zum „sozialräumlichen Ausbau und die Weiterentwicklung der frühkindlichen Förderung und Bildung in der Stadtgemeinde bis zum Kindergartenjahr 2019/2020“ sind viele Faktoren: Geburtenzahlen, Sozialstruktur der Stadtteile, Zahl der berufstätigen Frauen im gebärfähigen Alter, Wohnungsbauplanung und die Zahl der bereits vorhandenen Betreuungsplätze. Die zuständige Fachdeputation hat den Planungen bereits zugestimmt.

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