„Use-it“ – alternativer Stadtplan für Bremen

Kleine Straße im Viertel mit Stockrose

(c)Barckhausen

Auf ungewohnte Wege möchten drei Studentinnen junge Besucher*innen der Hansestadt schicken. Die Idee: ein kostenlosen Stadtführer für Pfade jenseits des Üblichen.

„Das machen wir!“ Marta, Louisa und Maria waren sich sofort einig, als sie das erste Mal von „Use-it“ erfuhren. Die Idee, die die jungen Frauen faszinierte: Ein ganz besonderer Stadtplan, gemacht von Einheimischen, gedacht für junge Leute, die mehr wollen als auf den üblichen touristischen Pfaden zu wandeln. Der Stadtführer, komplett auf englisch, soll kostenlos verteilt werden – u.a. an alle Erstsemester, in Hotels und Hostels und am Europapunkt Bremen. Und ganz wichtig: Keine Werbung auf den Plänen, jedes Jahr soll der Inhalt möglichst aktualisiert werden.

Ein ehrgeiziges Vorhaben – keine Frage. Die drei Studentinnen aus Bremen hatten „Use-it“ in Brüssel kennen gelernt – eine Initiative, die bisher in rund 40 europäischen Städten aktiv ist. Von daher stammt das Vorhaben dieses alternativen Stadtplans, aus dem sich inzwischen ein aktives Netzwerk entwickelt hat. Bisher sind nur Dresden, Düsseldorf und Aachen als deutsche Städte dabei. Bremen soll Teil dieses Netzwerkes werden, davon sind die Studentinnen überzeugt. Louisa: „Uns geht es darum, dass die Gäste Bremens die Seele der Stadt und den Lebensalltag der Menschen entdecken und erleben können.“ Das angesagte Café gebe es eben in jeder Stadt – aber geheime Orte, die nur die Einheimischen kennen, fänden sich in kaum einem Touristenführer.

blick über die Weser auf das Café Sand

(c) Frauenseiten, Robers

Inzwischen arbeiten sie fieberhaft an dem Konzept, mit dem sie sich darum bewerben, in das Netzwerk aufgenommen zu werden. Louisa Mebarek – sie macht gerade ihren Master in „European Studies“, ist in Bremen geboren und hat viele Ideen beigetragen. Es sei schwierig gewesen, eine Auswahl zu treffen. Gemeinsam mit Maria Terron Puig aus Spanien und Marita Leone aus Rom – beide sind ebenfalls im Studiengang European Studies eingeschrieben – haben sie inzwischen viele schöne, ungewöhnliche und kreative Orte in den Plan aufgenommen. Zum Beispiel den Torfhafen im Findorff, das Lloyd-Cafe im Überseehafen, den Flohmarkt an der Schlachte – um nur einige zu nennen.

Der Use-it-Stadtplan soll für jeden was zu bieten haben: kulturelles Programm, Shopping Tipps, Wohlfühl-Momente, aufregendes Nachtleben, außergewöhnliche Restaurantabende und natürlich auch die Schönheit der Bremer Umgebung. Aber eben nicht das stets gleiche Programm, sondern: wo gibt es den coolsten Flohmarkt in der Stadt, wo sind stylische Secondhandläden, wo kann man gemütlich frühstücken ohne von Touristen umgeben zu sein, wo gibt es den besten Bücherladen, wo kann man im Sommer baden gehen, wo gibt es Theateraufführungen, die nicht in den großen Stadttheatern gezeigt werden, was macht man an regnerischen Tagen und vieles mehr.

Um die finanziellen Mittel für diesen besonderen, kostenlosen Stadtplan mussten sich die Studedntinnen auch selber kümmern. Sie haben Sponsoren gefunden, werden von der WFB unterstützt, können aber noch weitere finanzielle Hilfe brauchen. Bis Ende September soll alles fertig sein.

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