Warum wir uns mit den Erzieherinnen solidarisieren

Kinder als Pappfiguren

© frauenseiten; Marret Bischewski

Gewachsene Ansprüche müssen auch finanziell anerkannt werden!

Seit dem 08. Mai streiken in Bremen die Erzieherinnen der kommunalen Kitas, Horte und Krippen. Sie wollen, das ihre immer stressiger werdende Arbeit, die immer höheren Anforderungen auch finanziell anerkannt werden. Eine Gleichstellung ihres Gehalts mit dem der Grundschullehrerinnen ist deshalb mehr als angemessen. Der frühkindliche Förderung wird als Schlüssel zur Verbesserung der Chancengleichheit gesehen – und deshalb ist die Arbeit der überwiegend weiblichen Beschäftigten in den letzten Jahren immer anspruchsvoller geworden – dies nicht nur durch die wachsenden Anforderungen wie etwa gezielte Sprachförderung oder Gewaltprävention. Die pädagogischen Fachkräfte sind heute zugleich Expert*innen für frühkindliche Bildung, Erwachsenenbildner und Netzwerker*innen im Sozialraum.

Über-(Be)Lastung der Erzieherinnen und dazu kaum Geld und Anerkennung…

Die wachsende Zahl von Flüchtlingen und der daraus erwachsenen Notwendigkeit, deren Kinder möglichst frühzeitig zu integrieren, erhöht erneut die Anforderungen. Erzieher*innen sind sowohl professionelle Begleiter*innen im Prozess der Selbstbildung der Kinder als auch Partner*innen für die Eltern in Sachen Erziehung, dies gilt insbesondere auch für die Gruppe der Neuankömmlinge in Deutschland. Häufig bleibt für diese Arbeit kaum Zeit, denn der bürokratische Aufwand hat enorm zugenommen, da die Entwicklung jedes Kindes genau dokumentiert sein muss. Doch die Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagesstätten werden aufgrund dieser Anforderungen und der Personalknappheit immer stressiger. Und es ist kein Wunder, dass diese Belastung auch zur mehr krankheitsbedingten Fehlzeiten führt.

Bremen verhandelt gegenwärtig über eine neue Regierung, darin eingeschlossen die Verteilung der Haushaltsmittel. Das ist die beste Gelegenheit, dem proklamierten Anspruch auch gerecht zu werden und endlich die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte auch finanziell angemessen zu bewerten.

Edith Laudowicz

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