Nikolauszauber

Nikolaussäckchen unter dem Weihnachtsbaum

(c) Uta Albrecht

Sie haben etwas Geheimnisvolles und bringen Zauber in die Krankenzimmer der jungen Patientinnen und Patienten: 100 Nikolaussäckchen des Nähtreffs der Tagesstätte West bekommt die Prof.-Hess-Kinderklinik. „Wir merken, dass die Säckchen einen ganz hohen Wert für viele Kinder und Jugendliche haben. Gerade die, die oft bei uns sind, bringen sie immer wieder mit. Dann sind sie gefüllt mit Steinen und anderen kleinen Kostbarkeiten“, erzählt Susanne Pfohl-Heinrich, Erzieherin in der Prof.-Hess-Kinderklinik, „die Säckchen sind Begleiter und glänzen auf den Nachttischen.“ Am 6. Dezember, dem Nikolaustag, werden sie mit kleinen vorweihnachtlichen Überraschungen gefüllt sein und in einer feierlichen Zeremonie übergeben.Davon werden die drei anwesenden Näherinnen und ihre Anleiterin Heike Hinzen gern beim nächsten Treffen in der Tagesstätte West berichten. „Es hilft mir persönlich, wenn ich weiß, dass ich anderen Kranken eine Freude bereiten kann“, sagt Carola Ahmed, eine der Näherinnen. Auch ihre Mitstreiterin Brigitte Helmers freut sich darüber, die Kinder und Jugendlichen mit den Säckchen glücklich zu machen.

Aktion des Nähtreffs der Tagesstätte West

Der „Offene Nähtreff“ hat ab September an den Nikolaussäckchen gearbeitet. Im Normalfall probieren hier Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen das Nähen aus. Sie fertigen etwas für den Eigenbedarf an. Einige bereiten sich dort auf die Arbeit in der „Nähwerkstatt“ vor, in der Patchwork-Accessoires im Mittelpunkt stehen. Beide Angebote wurden von der Bremer Werkgemeinschaft GmbH (BWG) entwickelt, um psychisch kranken Menschen eine Beschäftigungsmöglichkeit zu bieten.

Teilnehmerinnen mit Produkten

(c) Uta Albrecht, v. l.: Yvonne Mehnert, Heike Hinzen, Carola Ahmed, Susanne Pfohl-Heinrich, Nina-Laura Fath, Brigitte Helmers

Stoffe passen zum religiösen Hintergrund

„Ungefähr eine Stunde benötigt man für ein Säckchen“, berichtet Heike Hinzen. Sie muss es wissen, denn eins der 100 Einzelstücke stammt von ihr. „Die Qualität der Säckchen schätzen wir sehr“, bestätigt Susanne Pfohl-Heinrich, „wir sehen, dass sie sehr lange halten.“ Fürs nächste Jahr haben die beiden bereits Stoff ausgetauscht. Die Textilien gehen dann verstärkt auf die religiösen Unterschiede der jungen PatientInnen ein: Einige haben ein orientalisches Muster mit Mond und Sternen, andere ziert eine Basilika sowie ein Pferd, wieder andere haben neutrale Muster – aber schön bunt sind sie alle. Für Nina-Laura Fath, eine junge Patientin, die bei der Übergabe dabei ist, wird der Nikolaustag nicht schnell genug herbeieilen können.

Was ist die Tagesstätte West?

Die Tagesstätte West, das „Café Klatsch“, ist Teil der regionalen Versorgung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung im Stadtteil. Träger ist das gemeinnützige Unternehmen Bremer Werkgemeinschaft GmbH (BWG).

In der Tagesstätte arbeiten pädagogische Fachkräfte, die die Betroffenen in allen Lebensfragen beraten. Das Café ist für die Besucherinnen und Besucher eine feste Anlaufstelle. Hier erhalten sie Rat und Hilfe, um den Tag zu strukturieren und aktiv zu gestalten. Sie können hier zum Selbstkostenpreis essen und trinken. Neben diesem offenen Bereich hält die Tagesstätte verschiedene Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten bereit, unter anderem in der Cafébewirtschaftung, Bücher- und Nähwerkstatt.

Das Café Klatsch ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Adresse:  Tagesstätte West „Café Klatsch“ und Nähwerkstatt
Helgolander Straße 73
28217 Bremen
Telefon 0421-396 26 37
www.bremerwerkgemeinschaft.de

Uta Albrecht

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